Gröger & Obst erweitert sein Portfolio im Bereich Analysetechnik: Neben Siemens können Kund*innen künftig auch auf Analysatoren von ABB setzen. Wir haben mit unserem Techniker Patrick Kaisler über die neue Zusammenarbeit, das erste Feldprojekt und den konkreten Kundennutzen gesprochen.
„Darum setzen wir jetzt auch auf Analytik von ABB“

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit ABB?
„Wir waren auf der Suche nach einer Option zu Siemens, um unseren Kund*innen mehr Flexibilität zu bieten. ABB hatten wir anfangs gar nicht auf dem Schirm, weil wir dachten, dass sie unsere Anforderungen nicht erfüllen können. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Denn viele andere Anbieter kamen für uns nicht infrage – entweder passten die Systeme nicht, sie waren zu teuer oder aus unserer Sicht nicht zuverlässig genug. Also haben wir uns intensiver mit ABB beschäftigt. Schließlich kam es zu einem persönlichen Besuch bei uns, was den Austausch nochmal vertieft hat.
Der entscheidende Impuls für den nächsten Schritt kam schließlich aus einem konkreten Kundenprojekt: Durch unseren Kunden Alzchem GmbH, einem international führenden Spezialchemie-Unternehmen aus Trostberg, haben wir uns dann entschieden, ein ABB-Gerät vom Typ Uras26 zu kaufen und in der Praxis zu testen. Uns war wichtig, das Gerät wirklich „in die Hand zu nehmen“ und im realen Betrieb zu sehen, wie es läuft. Wir haben unseren TOC in den ABB-Analysator integriert – das ist inzwischen fast ein Jahr her – und das Gerät läuft seitdem einwandfrei.“
Was zeichnet den ABB-Analysator technisch aus?
„Der Uras26 ist ein NDIR-Analysator (Nichtdispersiven Infrarot-Spektroskopie), also vergleichbar mit den Geräten von Siemens. Er arbeitet ebenfalls mit einem Infrarot-Verfahren, nutzt aber eine andere Küvette. Was uns sofort überzeugt hat, war die sehr einfache Anbindung an unser bestehendes System. Von unserer Seite mussten wir nichts umbauen – abgesehen von den Befestigungsschienen.
Der Analysator wird in der Wasser- und Gasanalytik eingesetzt, insbesondere zur CO₂-Messung im ppm-Bereich. Für unsere Anwendung messen wir im Milligrammbereich – und genau hier hat ABB das Gerät auf unsere Bedürfnisse angepasst. Die Messgröße wurde entsprechend umgebaut, sodass sie exakt zu unserem TOC-System passt.“
Was macht die Kombination aus TOC und ABB-Analysator besonders?
„Ganz klar die kontinuierliche Messung: 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Das funktioniert sowohl mit Siemens- als auch mit ABB-Geräten absolut zuverlässig. Wir hatten hier keinerlei Probleme – und genau deshalb können wir diese Lösung auch guten Gewissens anbieten.“
Für welche Anwendungen eignet sich der ABB-TOC-Analysator besonders?
„Bisher auf jeden Fall für kleinere Messbereiche – also dort, wo das Wasser nicht zu stark belastet ist. Typische Anwendungen sind zum Beispiel Destwasser, Reinstwasserüberwachung oder Kühlwerke. In diesen Bereichen wissen wir, dass das System zuverlässig funktioniert. Für sehr hohe Messbereiche –
etwa im Zulauf von Kläranlagen – haben wir aktuell noch keine eigenen Erfahrungswerte. Das würden wir zunächst nur im Rahmen von Tests begleiten.“
Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit mit ABB für Gröger & Obst und die Kund*innen?
„Der größte Vorteil ist ganz klar, ihnen die Wahl lassen zu können zwischen zwei leistungsstarken Geräten. Wir können unseren Kund*innen jetzt sowohl einen Siemens-basierten TOC als auch eine ABB-Variante anbieten. Die Entscheidung liegt ganz bewusst bei unseren Kund*innen und deren bevorzugten Produkten.
So wie bei unserem Pilotprojekt bei Alzchem. Dort waren bereits mehrere ABB-Analysatoren im Einsatz, und man wollte beim gleichen Hersteller bleiben. Für uns war dies der Anlass zu sagen: Ja, das können wir umsetzen. Also haben wir den ABB-Analysator mit unserem TOC kombiniert – und bilanzieren heute ein absolut erfolgreiches Projekt.“
Gab es Herausforderungen bei der Einrichtung?
„Eigentlich nur am Anfang die Umrechnung von ppm auf Milligramm, damit alles korrekt im Gerät abgebildet wurde. Sobald diese Einstellungen sauber vorgenommen waren, lief der Betrieb stabil und zuverlässig.“
Gibt es Unterschiede zwischen Siemens- und ABB-Geräten?
„Technisch erfüllen beide Geräte ihren Zweck sehr gut. Insgesamt wirken Anbindung und Bedienung bei ABB etwas moderner, gerade auch mit Blick auf die Leittechnik. Am Ende lassen wir unsere Kund*innen frei entscheiden, mit welchem Gerät sie lieber arbeiten möchten. Was uns persönlich sehr gut gefällt: Der Support von ABB ist sehr gut. Wir bekommen schnell Hilfe, wenn wir sie brauchen.“
Wie sehen die Lieferzeiten aus?
„Unsere eigenen TOC-Analysatoren sind in der Regel innerhalb einer Woche lieferbar. Die Geräte von Siemens oder ABB benötigen aktuell mehrere Wochen, was bei ABB unter anderem daran liegt, dass deren Küvetten vorgealtert werden. Das hat den Vorteil, dass sie bei Kund*innen bereits stabil laufen und nicht erst im Betrieb „beschlagen“. Das erhöht die Zuverlässigkeit im späteren Einsatz.“




